Ob ein Aufenthalt zu Ihnen passt, zeigt nicht das Wort „barrierefrei“, sondern konkrete Angaben zu genau Ihrem Weg, vom Eingang über Zimmer und Restaurant bis in den Wellnessbereich. Solche Angaben finden Sie in einer Beschreibung, die vor Ort erstellt wurde, wo es sie gibt, und in der Antwort des Hauses auf Ihre Fragen. Erst mit diesen Angaben können Sie einschätzen, ob der Aufenthalt für Sie funktioniert.
Warum ein Label nicht reicht
„Barrierefrei“ kann sich auf das ganze Haus beziehen, auf einzelne Zimmer oder auf eine bestimmte Wohnung. Ein Aufzug oder ein zugängliches Bad sagt noch nichts darüber, ob Sie auch den Pool, die Sauna oder den Ruhebereich erreichen. Auch Filter auf Buchungs- und Übersichtsseiten können auf unterschiedlichen Kriterien beruhen. Entscheidend ist deshalb, ob die Wege und Bereiche, die Sie nutzen möchten, für Sie passen.
Ihren Weg durch das Haus beschreiben
Gehen Sie in Gedanken einen Tag Ihres Aufenthalts durch: Ankunft am Parkplatz oder an der Haltestelle, Eingang und Rezeption, Aufzug, Zimmer und Bad, Restaurant und der Weg in den Wellnessbereich. Fragen Sie für jede Station, ob es Stufen, Schwellen oder steile Rampen gibt, wie breit Türen und Durchgänge sind und ob der Aufzug alle Ebenen erreicht, die Sie brauchen. Nennen Sie die Maße, die für Sie wichtig sind, etwa die Breite Ihres Rollstuhls. Sagen Sie auch, ob einzelne Stufen für Sie ein Hindernis sind.
Im Wellnessbereich einzeln nachfragen
Ein zugängliches Zimmer sagt nichts über den Wellnessbereich. Auch ein Spa auf einer Ebene heißt noch nicht, dass der Weg dorthin ohne Stufen auskommt. Fragen Sie deshalb gezielt: Wie kommen Sie ins Becken und wieder heraus, über eine Treppe mit Handlauf oder über eine Einstiegshilfe? Ist der Weg zur Sauna eben, und wie hoch liegen die Bänke? Gibt es Umkleiden, Duschen und Toiletten, die Sie nutzen können? Und wenn Sie eine Anwendung buchen möchten: Ist der Behandlungsraum erreichbar, und kommen Sie auf die Liege?
Hilfsmittel, Begleitung und Unterstützung
Klären Sie, ob Hilfsmittel, die Sie brauchen, im Haus vorhanden sind oder ob Sie sie mitbringen, und ob im Zimmer genug Platz dafür ist. Reisen Sie mit einer Begleitperson, fragen Sie, ob sie Sie in alle Bereiche begleiten kann, auch in den Wellnessbereich. Brauchen Sie Pflege oder Assistenz, klären Sie vor der Buchung, wer sie übernimmt. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Hotel sie anbietet.
Anreise und Umgebung
Reisen Sie ohne Auto an, fragen Sie auch nach dem Weg von der Haltestelle zum Haus und ob ein Transfer möglich ist. Möchten Sie Ausflüge machen, hängt es vom einzelnen Weg und der einzelnen Bahn ab, ob Sie sie nutzen können. Breite, Untergrund und Steigung eines Weges sind dafür wichtiger als seine Bezeichnung.
So bekommen Sie eine verlässliche Antwort
Barrierefreie Hotels bei Südtirol für alle
Beginnen Sie, wo es möglich ist, mit einer Beschreibung, die vor Ort erstellt wurde. Die offizielle Tourismusseite Südtirols nennt „Südtirol für alle“ als Anlaufstelle für barrierefreies Reisen und gibt an, dass die Betriebe dort von Fachleuten besucht werden. Die Hotelübersicht von „Südtirol für alle“ bezieht nach eigener Angabe Zugangswege, Zimmer und Bad, Speisesaal, Aufenthaltsräume und den Wellnessbereich in ihre Bewertung ein. Für einzelne Betriebe finden Sie dort auch Angaben etwa zu einer Einstiegshilfe ins Becken oder zur Sauna. Schreiben Sie dem Haus dann vor der Buchung, schildern Sie Ihre Situation kurz und fragen Sie nach dem, was für Ihren Aufenthalt noch fehlt oder sich inzwischen geändert haben kann. Bitten Sie um Maße und Fotos von Eingang, Bad und Wellnessbereich und um den Namen der Person, die Ihnen antwortet. Kommt nur ein allgemeines „barrierefrei“ zurück, fragen Sie nach, was das für Ihren Weg und Ihre Bereiche bedeutet. Die Angaben auf unserer Plattform sind keine Prüfung der Zugänglichkeit.
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