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Sicherer Einstieg mit Aussicht
Ein Klettersteig in den Dolomiten verspricht spektakuläre Ausblicke und intensives Bergerlebnis. Aber muss es gleich schwierig oder gefährlich sein? Ganz klar: nein. Viele Routen in den Dolomiten sind speziell für Einsteiger geeignet. Sie bieten eine gute Absicherung, überschaubare technische Anforderungen und stehen dennoch den bekannten Klassikern in nichts nach – weder landschaftlich noch in Sachen Erlebniswert.
Was genau ist eine Via Ferrata?
Eine Via Ferrata – zu Deutsch Klettersteig – ist ein fester Steig im Fels, bei dem du mithilfe von Drahtseilen, Trittbügeln, Leitern oder Eisenstiften durch anspruchsvolles Gelände kommst, ohne ein Kletterprofi sein zu müssen. Du bewegst dich selbstständig, bist aber durch ein spezielles Klettersteigset jederzeit mit dem Seil verbunden. Die Schwierigkeitsskala reicht dabei von A (leicht) bis F (extrem), wobei für Anfänger vor allem die Grade A, A/B oder B/C in Frage kommen. Sie bieten meist kurze Steigabschnitte, geringe Höhe und gut markierte Wege.
5 einfache Klettersteige für den Einstieg
Der Gran Cir Klettersteig am Grödnerjoch ist ein idealer Einstieg in die Welt der Via Ferrata. Die Route ist kurz, technisch unkompliziert und durchgehend gut gesichert. Bereits nach wenigen Minuten Zustieg eröffnet sich ein Panorama auf Sella- und Langkofelgruppe. Die Route ist mit Schwierigkeitsgrad A/B klassifiziert und dauert etwa 1,5 Stunden.
Am Col dei Bos am Falzarego-Pass erwartet dich ein landschaftlich besonders reizvoller Steig. Er verbindet historische Stellungen aus dem Ersten Weltkrieg mit moderatem Felsgelände. Der Schwierigkeitsgrad B/C ist für motivierte Einsteiger machbar, insbesondere wenn bereits erste Erfahrung vorhanden ist. Die Route ist gut zugänglich und dauert je nach Tempo zwischen zwei und drei Stunden.
Der Sas de Stria ist eine einfachere Alternative im selben Gebiet. Der Klettersteig beginnt unweit des Passes und verläuft über historische Stollen und durch Felskanäle. Die Route ist nicht besonders lang, aber sehr lehrreich und technisch gut geeignet, um das Material kennenzulernen. Die Schwierigkeit liegt im Bereich A/B, auch für Jugendliche oder Wiedereinsteiger eine gute Wahl.
Im Rosengartengebiet führt der Rotwand-Klettersteig zu einem der schönsten Aussichtspunkte der Region. Mit der Seilbahn gelangt man zur Kölner Hütte, von dort ist der Einstieg schnell erreichbar. Die Route ist als B/C klassifiziert, aber durch die kompakte Länge und die zahlreichen Rastmöglichkeiten gut auch für Anfänger machbar. Besonders im Spätsommer sind die Bedingungen ideal, da es morgens kühl und am Nachmittag stabil ist.
Wer bereits eine A/B-Route hinter sich hat und Lust auf ein eindrucksvolleres Erlebnis verspürt, findet im Santnerpass-Klettersteig eine anspruchsvollere, aber noch machbare Option. Die Route bietet hochalpine Atmosphäre, ein starkes Panorama und eine solide Sicherung entlang des gesamten Steigs. Der Zustieg erfolgt über die Tierser Seilbahn. Bei stabilem Wetter ist die Route ein echtes Highlight für ambitionierte Anfänger, auch wenn sie mit rund fünf Stunden deutlich länger dauert.
Was du an Ausrüstung wirklich brauchst
Für deinen ersten Klettersteig brauchst du eine zuverlässige Grundausstattung. Dazu gehören ein geprüftes Klettersteigset mit Fangstoßdämpfer, ein Kletterhelm sowie ein Hüftgurt mit Beinschlaufen. Feste Bergschuhe mit griffiger Sohle sind Pflicht – einfache Wanderschuhe sind nicht geeignet. Viele Bergschulen und Verleiher in Südtirol bieten komplette Sets an. Die Mietkosten liegen meist zwischen 20 und 30 Euro pro Tag. Wer nach der ersten Tour auf den Geschmack kommt, kann sich auch ein eigenes Set zulegen – dabei helfen dir Fachgeschäfte in Corvara, Wolkenstein, Canazei oder Cortina mit Beratung und passenden Größen.
FAQ – Via Ferrata für Anfänger in den Dolomiten
Welche Route ist für den allerersten Klettersteig geeignet?
Der Gran Cir eignet sich besonders gut. Die Route ist kurz, technisch einfach, schnell erreichbar und landschaftlich beeindruckend – perfekt für den Einstieg.
Wie schwer ist ein B/C-Klettersteig?
Ein Steig mit B/C wird als leicht bis moderat eingestuft. Du solltest trittsicher sein und keine Höhenangst haben. Mit einem erfahrenen Partner oder Guide ist er auch für Anfänger gut zu schaffen.
Kann man die Ausrüstung einfach ausleihen?
Ja. In allen größeren Orten der Region gibt es Sportgeschäfte oder Bergschulen mit Verleihservice. Dort erhältst du Helm, Gurt und Set – oft sogar mit kurzer Einführung.
Wie lange ist die Saison für Via Ferrata in den Dolomiten?
Die meisten Steige sind zwischen Juni und Anfang Oktober gut begehbar. Im Oktober ist die Begehung ebenfalls möglich, sofern kein Neuschnee liegt und das Wetter stabil ist. Sicherheit geht aber vor – im Zweifel lieber mit Guide oder nicht allein losziehen.
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